Arbeitszeugnis


Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Erteilung eines Zeugnisses, das sich auf Art und Dauer der Beschäftigung (einfaches Zeugnis) erstreckt.

Auf Verlangen des Arbeitnehmers ist auch der Leistungsbereich und der Führungsbereich im Zeugnis zu bewerten. Man spricht dann von einem so genannten qualifizierten Zeugnis.

Zu unterscheiden sind herkömmliche Zeugnisse, die bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgestellt werden (so genannte Endzeugnisse) von Zwischenzeugnissen, also während des Bestehens des Arbeitsverhältnisses ausgestellte Zeugnisse.

Letztere können folglich lediglich den bisherigen Verlauf des Arbeitsverhältnisses wiederspiegeln. Häufig werden Zwischenzeugnisse bei einem Betriebsübergang (§ 613a BGB), einer Versetzung oder einem Wechsel in der Geschäftsführung erstellt. Ein Arbeitnehmer, der in seiner Position aufsteigt oder sich anderweitig - intern wie außerhalb des Betriebes – bewerben will, wird zu diesem Zweck ein Zwischenzeugnis verlangen.

Differenziert nach dem Zeitpunkt der Zeugnisausstellung gibt es verschiedene Zeugnisarten: das Endzeugnis, das zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses erteilt wird. Daneben das Zwischenzeugnis, das im weiter bestehenden Arbeitsverhältnis erteilt wird und das vorläufige Zeugnis, das erteilt wird, wenn das Ende des Arbeitsverhältnisses absehbar ist, etwa weil eine Kündigung im Raum steht oder das Arbeitsverhältnis durch Zeitablauf enden wird (Befristung, befristetes Arbeitsverhältnis).

Weiterhin ist zwischen einfachen und qualifizierten Zeugnisse zu unterscheiden. Einfache Zeugnisse bezeugen lediglich Art und Dauer der Tätigkeit. Qualifizierte Zeugnisse gehen darüber hinaus und beziehen auch eine Bewertung der Leistung und Führung des Arbeitnehmers mit ein.

Kurz: das Arbeitszeugnis ist eine vom Arbeitgeber erstellte Leistungsbewertung - und zumeist auch Verhaltensbewertung (dann qualifiziertes Arbeitszeugnis) eines Arbeitnehmers, die entweder während des Beschäftigungsverhältnisses als sogenanntes Zwischenzeugnis oder im Zeitpunkt des Ausscheidens aus den Diensten erstellt wird (dann Endzeugnis).

Stellt der Arbeitgeber zu Unrecht ein falsches Zeugnis, so unterliegt er der Haftung, wenn er dies zu verschulden hat. Voraussetzung ist ferner, dass dem Arbeitnehmer durch die Fehlbeurteilung ein Schaden entstanden ist. Die Darlegungs- und Beweislast hierfür trägt der Arbeitnehmer. Als Anwalt für Arbeitsrecht in München unterstütze ich Sie hier gerne.

Das Zeugnis muss in schriftlicher Form (Schriftform) ausgestellt werden. Die regelt die Gewerbeordnung, § 109 i.V.m. § 6 Absatz 2 Gewerbeordnung (GewO).

Dr. Nils Bronhofer

Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Arbeitsrecht und
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